Generalversammlung des ASM-Musikbezirk 17 vom 5. September 2021 in Reistingen

5. September 2021

„Wir brauchen jetzt einen Neustart – eine Lösung für die Musikvereine!“ – so oder so ähnlich war der O-Ton unter den Teilnehmern der Generalversammlung des Musikbezirk 17 Dillingen des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes zu der Bezirksvorsitzender Josef Werner Schneider im Dorfhaus in Reistingen herzlich begrüßte. Zu Gast war unter anderem ASM-Präsident Franz Josef Pschierer.

Generalversammlung 2021

Doch zunächst konnte man aus den Berichten von Josef Werner Schneider, Bezirksdirigentin Ingrid Philipp und Bezirksjugendleiterin Daniela Arnold erfahren, was seitens des ASM im Landkreis so geschehen war. Viel war es nicht, obwohl die letzte Versammlung bereits eineinhalb Jahre zurück lag. Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten sämtliche Projekte für die Jahre 2020 und 2021 abgesagt werden – wie zum Beispiel das Bezirksorchester, die Jungmusikerlehrgangswoche in Violau oder das Bezirksmusikfest des Musikverein „Frisch Voran“ Syrgenstein. Dank der tatkräftigen Mithilfe der Stadtkapelle Lauingen und der Musikvereine aus Bächingen und Haunsheim konnten im Landkreis als einer der wenigen Bezirke in beiden Jahren im Sommer die Bläserprüfungen als Präsenzprojekt abgehalten werden. Durch die guten Vorbereitungen in den Musikvereinen waren die Ergebnisse wieder sehr positiv.

In einigen Onlineangeboten wurde ein Erfahrungsaustausch zwischen den Musikern organisiert und der Zusammenhalt ein wenig gestärkt. Eigene Fortbildungsangebote hat der Bezirk nicht organisiert, da der ASM als Gesamtverband hier mittlerweile ein sehr umfangreiches und gutes Onlineangebot vorweisen kann. Weil der Landkreis Dillingen seine Zuschüsse an die Blasmusik nicht gestrichen hatte, gab der Musikbezirk diese mangels eigener Projekte an die Musikvereine weiter, um deren angespannte finanzielle Lage ein wenig zu entlasten.

Josef Werner Schneider dankte diesbezüglich Mirjam Steiner die in Vertretung des Landrates anwesend war. Sie bewunderte die Musikvereine, wie diese in diesen unplanbaren eineinhalb Jahren zurechtgekommen waren und hofft auf gute Konzepte um das Vereinsleben wieder in Schwung bringen zu können. Dem schloss sich Ziertheims Bürgermeister Thomas Baumann in seiner Ansprache an, während Dominic Schorer als Fachreferent für Bezirksmusikfeste des ASMs für deren Durchführung als große Signalwirkung warb und seine Hilfe bei Planung und Organisation anbot.

ASM-Präsident Franz Josef Pschierer konnte noch keine guten Nachrichten verkünden, was den Mindestabstand bei Proben und Auftritten angeht. Leider sei die bayerische Staatsregierung hier viel zu zögerlich, während in Österreich und Baden-Württemberg diese Einschränkung bereits gefallen ist. Auf Basis der 3G-Regel sei es doch nun nur konsequent, wenn man sich die weiteren neuen Pandemiebestimmungen ansehe, die seit letzter Woche in Bayern gelten. Dem stimmten die anwesenden Vereinsverantwortlichen vollkommen zu. Schließlich sei es nun zum Proben im Freien am Abend zu dunkel und zu kalt. Pschierer hofft nun, dass auf der Kabinettssitzung am kommenden Dienstag ein neues Rahmenhygienekonzept für die Laienmusik beschlossen werde, bei dem die Mindestabstände fallen. Angesichts möglicher Veranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern in jeglichen Bereichen, wäre alles andere nicht mehr zu rechtfertigen. Sollte sich die Situation für die Musikvereine nicht grundsätzlich ändern, schloss Pschierer auch juristische Schritte nicht mehr aus, bei der allerdings ein Verein mit Kostenübernahme des ASM klagen müsste. Der Präsident versprach, bei dem Thema mit Herz und Blut dran zu bleiben und appellierte an die Anwesenden, ebenfalls  öffentlichen Druck auszuüben, z. B. durch Leserbriefe. Der ASM sei in den letzten eineinhalb Jahren der „lauteste“ Verband gewesen. Leider zeichne sich aufgrund der Pandemie nach vielen Jahren des Anstiegs erstmals ein Mitgliederschwund vor allem bei den jungen Musikern ab.

Viele Vorsitzende fühlten sich außerdem von der Politik und der Verwaltung alleine gelassen. Man bekomme ein sich alle paar Monate änderndes, wages und unverständliches Regelwerk vorgesetzt, trage die alleinige Verantwortung für die korrekte Umsetzung von Proben und Veranstaltungen und riskiere persönlich hohe Strafen, wenn etwas schief gehe. Manche Behörde mache es sich beispielsweise viel zu leicht und wolle kein Hygienekonzept überprüfen und bestätigen. Kein Wunder, dass die Motivation von einigen Ehrenamtliche unter solchen Bedingungen leide.

Mirjam Steiner gab für die 3G-Regel den Tipp, die Geimpften und Genesenen nur einmal aufzuschreiben und Tests unter Umständen selbst durchzuführen. Ob bei Schülern der Schülerausweis auch für Musikproben als Testnachweis ausreiche, wird vom ASM-Bezirk geklärt.

Als erfreulicheren Schlusspunkt ehrte Franz Josef Pschierer Viktoria Bicok für ihre 20-jährige Tätigkeit in der Bezirksvorstandschaft mit der goldenen Anstecknadel am weißblauen Band des ASM.

Die Generalversammlung wählte außerdem den Bezirksvorstand sowie die Delegierten zur Delegiertenversammlung des ASM neu. Neu gewählt bzw. in ihren Ämtern bestätigt wurden Bezirksvorsitzender Josef Werner Schneider, stellv. Bezirksvorsitzende Anette Paulus, Bezirksschatzmeister Armin Dauser, Bezirksschriftführer Uwe Kaipf, Bezirksdirigentin Ingrid Philipp, stellv. Bezirksdirigentin Simone Feldengut, Bezirkstambourmajorin Viktoria Bicok, Bezirksjugendleiterin Daniela Arnold, stellv. Bezirksjugendleiterin Sylvia Deil, die Beisitzer Rebecca Walter, Simon Hörbrand und Thomas Eyring sowie Medienbeauftragter Markus Knötzinger. Der stellv. Bezirkstambourmajor Stefan Ziegler schied aus eigenem Wunsch aus. Für sein Amt sowie das des zweiten stellv. Bezirksvorsitzenden fanden sich keine Kandidaten. Als Kassenprüfer wurden Iris Schmidt und Albert Bäuerle gewählt, nachdem sich Karl Hörbrand und Michael Kraus nicht mehr zur Wahl stellten. Als Delegierte wurden gewählt: Kathrin Krell, Markus Grandel, Roland Grandel, Uwe Kaipf, Markus Knötzinger.

 

ASM-Präsident Franz Josef Pschierer, Bezirkstambourmajorin Viktoria Bicok und Bezirksvorsitzender Josef Werner Schneider